Historie

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des

Schützenverein Gaste von 1848 e.V.

Seit der Gründung des Vereins im Jahre 1848 ist viel passiert. Nachfolgend finden Sie Anekdoten und Informationen zu unserer bewegten Geschichte


Es müssen schlechte Zeiten gewesen sein, denen unser Schützenverein seine Entstehung verdankt. Räuberbanden zogen durch das Land. Raube und Überfälle nahmen überhand. Der König von Hannover, dem Gaste unterstand, und auch das angrenzende Preußen waren nicht mehr Herr der Lage. Die Bauern und Bürger mussten täglich damit rechnen, ihr sauer erarbeitetes Hab und Gut und ihre Vorräte zu verlieren. Da entschlossen sich tatkräftige Männer aus Gaste, Hellern-Nord und Atter, eine sogenannte "Bürgerwehr" zu bilden. Nach dem Motto: "Hilf dir selbst, so hilft dir Gott" patrouillierten jeden Tag und vor allem jede Nacht eine Gruppe dieser Bürgerwehr durch unseren Ort, um die Räuberbanden zu bekämpfen bzw. abzuschrecken. Bewaffnet war diese Bürgerwehr mit Vorderladern. und Dreschflegel oder ähnlich wirksamen Schlaginstrumenten. Regelmäßig wurden in einem alten Steinbruch Schießübungen durchgeführt.

In gewissen Abständen (zuerst alle 3 Jahre) hielt die Bürgerwehr ein Wettschießen ab. Der beste Schütze wurde Schützenkönig. Der erste Schützenkönig war 1848 Herr R. Busch aus Atter – wahrscheinlich ein Vorfahre der heutigen Gastwirtschaft Busch.

Einmal monatlich fand eine Versammlung bei der Gastwirtschaft Rudi Reffelt statt. Außerdem trafen sich die Vorsitzenden mit denen der Bürgerwehren anderer Nachbargemeinden in der Gaststätte Heims am Hegertor in Osnabrück, um gemeinsame Aktionen zu besprechen. Schon 1854 entschlossen sich die Schützen aus Atter eine eigene Bürgerwehr zu gründen und traten aus dem Gaster Verein aus. Jedoch besteht bis zum heutigen Tage noch ein besonders freundschaftliches Verhältnis zwischen diesen beiden Vereinen. 1862 folgten dem Beispiel aus Atter die Schützen aus Hellern.


Im Jahre 1897 hatte sich die allgemeine Lage wieder soweit beruhigt, dass die Bürgerwehr offiziell aufgelöst werden konnte, d.h. es brauchten keine Patrouillen mehr durch die Gemeinde gehen. Die Mitglieder der Bürgerwehr waren jedoch so zusammengewachsen, dass sie sich entschlossen, die Gemeinschaft als Schützenverein weiter bestehen zu lassen. Es wurde jetzt in jedem Jahr der beste Schütze zum Schützenkönig gekrönt und ein schönes Schützenfest gefeiert.

Das Schützenfest wurde ausgeschrieben, d.h. bei dem Gastwirt gefeiert, der den höchsten Zuschuss in die Vereinskasse bezahlte. Dadurch entstand eine Rivalität zwischen den beiden Gastwirtschaften Reffelt und Thies in Gaste. Bis etwa 1900 wurden die Übungsschießen in einem alten Steinbruch im Stöhrenberg abgehalten. Um diese Zeit baute der Gastwirt Reffelt einen richtigen Schießstand und zog damit die Sympathie des Vereins auf sich. Schon bald danach folgte jedoch der Gastwirt Thies seinem Beispiel und baute einen noch schöneren Schießstand. Als dieser neue Stand jedoch eingeweiht werden sollte, hatte jemand die Schießblenden umgestoßen. Es ist wahrscheinlich, dass die Rivalität der beiden Gastwirtschaften dabei eine Rolle gespielt hat.


Trotzdem oder gerade deswegen wuchs und gedieh der Schützenverein Gaste bis zum ersten Weltkrieg zahlenmäßig und erlangte eine stattliche Bedeutung. Dann zogen alle jungen Männer in den Krieg und der Verein wurde aufgelöst. Unmittelbar nach dem Kriege trafen sich die Schützen, welche den Krieg überlebt hatten, wieder und schon 1919 wurde erneut ein Schützenkönig ermittelt. Offiziell erfolgte die Neugründung des Schützenvereins Gaste jedoch erst im Jahre 1921. Präsident war Wilhelm Brömstrup. Zum Vorstand gehörten H. Lutterbeck, Friedrich Suhrkamp, Wilhelm Schröer; Wilhelm Mutert, Wilhelm Unnewehr, Heinrich Dependahl, Heinrich Krüger, Hermann Hackmann und 130 aktive Mitglieder.


Das gleiche Schicksal der Vereinsauflösung traf uns zu Beginn des zweiten Weltkrieges. Nach diesem verheerenden Krieg fanden sich wiederum einige begeisterte Schützen, die den Verein 1949 neu ins Leben riefen. Hier ist besonders die Initiative des Heinz Fraumann zu erwähnen, der für die Neugründung verantwortlich zeichnet. Der erste Präsident nach dem zweiten Weltkrieg war Friedrich Deuper. Den Vorstand bildeten: Heinz Fraumann, Walter Schröer, Wilhelm und Heinrich Lutterbeck. Nur dem beherzten Mut von Alma Brömstrup, der Frau des letzten Königs vor dem zweiten Weltkrieg, verdanken wir, dass wir noch heute im Besitz unserer ursprünglichen Königskette mit den alten Königsplaketten ab 1848 sind. Sie hatte die Königskette vorbildlich verpackt unter Ihrem Fußboden verstaut und somit vor dem Zugriff der Besatzungstruppen, die ganz wild auf derartige Sachen waren, gerettet.


Ähnlich war es mit unserer alten Fahne von 1901. Der Gastwirt Thies versteckte sie im letzten Moment in einer Ecke auf dem Saal. So kam es, dass unser Verein als einziger im Landkreis nach dem Krieg noch seine alte Fahne hatte und auf allen Veranstaltungen, speziell denen der Nachbarvereine, voller Stolz flattern lassen konnte.


Der Schützenverein Gaste war und ist jedoch nicht nur ein traditionsreicher, sondern auch ein außerordentlich erfolgreicher Verein.

Schon vor 1939 war Gaste der beste Verein des Kreises und seine Schützen holten den Gau – Wanderpokal nach Gaste. Außerdem kamen aus Gaste dreimal die besten Einzelschützen im Gau, die darauf zum sogenannten "Reichsentscheid" entsandt werden durften. Heute würde man sagen: zur "Deutschen Meisterschaft". Es waren Arnold Dreyer und zweimal Wilhelm Brömstrup (genannt Deckers Wilhelm).


In den letzten 60 Jahren rückten die Pflege des Brauchtums sowie der sportliche Aspekt des Schießens immer stärker in den Focus des Vereinslebens. Aus der einstigen reinen Männerdomäne entwickelte sich ein zwischen beiden Geschlechtern gleichberechtigter gemischter Schützenverein.




Am sichtbarsten wurde dieser Wandel 1978, als der Schützenverein Gaste mit Waltraud Gritzka erstmals eine Schützenkönigin präsentierte. Während der gesamten Zeit haben Schützinnen und Schützen unseres Vereins herausragende Ergebnisse auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene erzielt. Neben dem persönlichen Ehrgeiz eines jeden Sportlers sind die Grundlagen dieser zahlreichen Erfolge in den immer wieder erneuerten Übungsstätten zu finden. So wurden in den Jahren 1953, 1967 und zuletzt 1997 die Schießanlagen grundlegend umgebaut, unter neuesten Gesichtspunkten modernisiert und sicherer gestaltet. Seit über 10 Jahren funktionieren unsere Schießsportanlagen computergestützt. Für die jüngsten Schützen in unseren Reihen, die noch keine Waffe benutzen dürfen, steht eine Lichtpunktanlage zum Üben bereit.



Auch wenn der ursprüngliche Verteidigungsgedanke den sportlichen Wettkämpfen gewichen ist – die Geselligkeit ist geblieben.

In allen Jahren wurden Schützenfeste gefeiert. Seit 2003 ist dieses Fest ein untrennbarer Bestandteil der von den Gaster Vereinen, Schulen und Kindergarten getragenen und zahlreichen Firmen finanziell unterstützten „Gaster Festtage“.


Die Zeiten haben sich seit 1848 erheblich geändert. Der Schützenverein Gaste von 1848 hat diesen Wandel über die gesamte Zeit seiner Existenz immer wieder angenommen, sich den Herausforderungen gestellt und sich somit selbst immer wieder erneuert.





Untenstehend der Schützenverein Gaste von 1848 e.V. mit seinen aktiven Mitgliedern im 166.Jahr nach der Gründung während der Gaster Festtage im Mai 2014. Leider konnte unser König krankheitsbedingt hier nicht dabei sein.